Steckbrief zum Projekt – für Informationen in aller Kürze!
Dokubroschüre MUSEUM TRIFFT SCHULE – mit ausführlichen Informationen zum Aufbau des Programms, den Partnern und deren Angeboten sowie Feedback der Beteiligten!
Über Museum trifft Schule in der FREIEN PRESSE_19.12.15

Projektbeschreibung

Museum trifft Schule ist ein Modellvorhaben der Kulturellen Bildung im Kulturraum Vogtland-Zwickau
zur Mobilität und Erreichbarkeit von kulturellen Bildungsangeboten im Ländlichen Raum.

Projektleitung

Netzwerkstelle Kulturelle Bildung Kulturraum Vogtland-Zwickau
Annett Geinitz / Koordinatorin Kulturelle Bildung
Email: | Mobil: 0152 5595 1200

Geplante laufzeit

Modellphase 2015–2017
Fortsetzung des Programms durch die Museen 2017-2020
Neuaufnahme weiterer Museen im Kontext Industriekultur 2019-2020

Modell

Museum und Schule begegnen sich jeweils am Ort des anderen. Genauer gesagt: das Museum geht mit einem Projektangebot in die Schule und die Schüler besuchen das Museum. Die Begegnung ist inhaltlich intensiv und nachhaltig.

Schulprojekttag + Projektmonat in der Schule + Museumsbesuch

Die aufeinander aufbauenden Module führen zur intensiven Beschäftigung mit der Institution Museum und ihrem Anliegen, Geschichte durch das Sammeln von Zeugnissen der Menschheit zu präsentieren. Zunächst erarbeiten die Museen mit fachkundiger Unterstützung (Coach) ein qualitativ hochwertiges und für den Schulalltag passendes museales Angebot, das zur Weiterarbeit am museumsbezogenen Thema durch die Schule befähigt. Abschließend besuchen die teilnehmenden Schulklassen/ Kindergruppen die Kultureinrichtung.

Museum trifft Schule

Mobilität und Erreichbarkeit von kulturellen Bildungsangeboten sollen hierbei durch das gemeinsame Agieren von Kultureinrichtung und Schule gefördert werden und gleichsam Museum und Schule in je einem Modul in „Bewegung“ setzen. Durch die Einladung der teilnehmenden Klassen ins Museum mit gemeinschaftlicher Organisation des Ausflugs und Übernahme der Kosten für den Besuch (Fahrtkosten und Eintritt) soll die Erreichbarkeit kultureller Einrichtungen erleichtert und Mobilität erzielt werden – durch die Projektaktionen des Museums vorab in der Schule ergibt sich in diesem Modell die Mobilität beider Partner, gleichzeitig aber auch eine intensive kunstpädagogische bzw. kunstvermittelnde Arbeit mit den Kindern.

M o d u l  1

Projekttage an der Schule
in der Regel 1 Projekttag je Klasse, 2 Klassen geplant, ca. 50 Kinder

Das beteiligte Museum führt mittels Museumspädagoge und den Projekttagaktionen die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer in das Projekt ein und weckt Vorstellungen davon, was ein Museum ist, welchen Aufgaben es nachkommt und vor allem wie es diese erfüllt. Gleichzeitig bietet es Anknüpfungspunkte an ein ganz spezielles, das jeweilige Museum betreffende Thema.

Dabei übergibt der Museumspädagoge Ideen und Anleitungen zur Selbstbeschäftigung und Weiterarbeit an dem Thema in der Schule und stellt Arbeitsmaterialien durch die Ausleihe eines „Museumskoffers“ für den geplanten Umsetzungszeitraum bzw. die Beschäftigung mit dem Thema zur Verfügung. Die Objekte aus dem Museum und Materialien verbleiben in der Regel einen Monat in der Schule. In dieser Zeit arbeiten die beteiligten Klassen selbstständig am Thema weiter.

M o d u l  2

anschließender Museumsbesuch (1 Tag) zum Kennenlernen der Einrichtung Museum und zur Schau der Originalwerke, -objekte, -schauplätze; Auswertung des Projektmonats und ggf. Übergabe von Projektergebnissen an das Museum

Zielgruppe

  • Kinder und Jugendliche ab 6 Jahre
  • Schulklassen, Berufsschulklassen

Partner

  • Museen aus dem Kulturraum Vogtland-Zwickau
  • Museumspädagogen, Künstler, Kulturvermittler
  • mehr als 50 Bildungseinrichtungen der Schularten Grundschule, Förderschule, Oberschule, Gymnasium, Berufsschule

Umsetzung

Um tatsächlich die Institutionen Museum und Schule passgerecht in einem Projekt zusammenzuführen, deren Arbeitsweisen und Besonderheiten zu berücksichtigen und die Begegung und den Austausch zu fördern, arbeiten wir in diesem Modell über die gesamte Laufzeit und alle Inhalte betreffend in einer Arbeitsgruppe zusammen. Mindestens vier ganztägige AG-Treffen werden jährlich geplant und inhaltlich untersetzt. Der Arbeitsgruppe gehören Museumspädagogen, Kunstvermittler, Leitungskräfte der Museen und Lehrer/innen an. Dabei hinterfragen wir die Projektaktionen durch Betrachtung von allen beteiligten Partnern bis zur Umsetzung kritisch. Die Museumspartner informieren sich über relevante Rahmenbedingungen aus Schulsicht und die Lehrer/innen wiederum über die Möglichkeiten, spannenden Themenfelder und vielfältigen Angebote aus dem Hause Museum. Gemeinsam entwickeln wir zudem Mustervorlagen, zum Beispiel für eine Kooperationsvereinbarung Schule – Museum, einen Leihvertrag in diesem Kontext oder einen Evaluationsbogen für Lehrer/innen. Auch an einem Projekttagebuch für die Klassen arbeiten wir.

Zielstellungen

Intensive Beschäftigung mit Kunst und Kultur durch:

  • die mehrmalige Begegnung/ Zusammenarbeit von Kultur- und Bildungseinrichtung im ländlichen Raum durch die geplante Durchführung der Aktionen an beiden Einrichtungen (ein mehrmaliger Besuch der Kultureinrichtung ist einer Vielzahl von Bildungseinrichtungen im ländlichen Raum wegen des hohen zeitlichen Aufwandes und der damit verbundenen Kosten nicht möglich)
  • die Kombination von Projekttagen, der innerschulischen Weiterarbeit am Thema sowie dem abschließenden Besuchsangebot (mehrfaches Arbeiten in der Thematik)

Erreichbarkeit und Mobilität fördern durch:

  • das beidseitige Aktivwerden der Kultur- als auch der Bildungseinrichtung bzw. das Fortbewegen beider zum anderen Partner
  • die Verbesserung der Erreichbarkeit von Kultureinrichtungen durch gemeinsame Planung und Organisation des Ausfluges durch die verantwortlichen Personen aus Schule und Museum sowie Übernahme der teilweise hohen Fahrtkosten und der Eintrittsgebühren
  • das Aufzeigen der Umsetzbarkeit und des Aufwandes (Kosten/ zeitlicher Aufwand) für einen Besuchsausflug für zukünftige Ausflüge/ Planungen mit Klassen/ Kindergruppen

Qualifizierung von Personal und kulturvermittelndem Angebot durch:

  • die Erarbeitung und spätere Verfügbarkeit eines qualitativ hochwertigen musealen Angebotes ausgerichtet für die Zielgruppe Kinder/ Jugendliche
  • die Aktivierung bzw. Intensivierung der museumspädagogischen Arbeit in den Museen
  • die Erarbeitung passgenauer Angebote und Arbeitsmaterialien für die Arbeit an der Schule durch den Einbezug von Lehrpersonal der Schulen in der Vorbereitungs- und Planungsphase

Förderung von Bildung und Entwicklung bei den Teilnehmenden durch:

  • die Vermittlung von Wissen und Lerninhalten / Auseinandersetzung mit Fragestellungen rund ums Museum, deren Aufgaben und Inhalte durch die Arbeit des Museums in der Schule und den dazu geplanten Besuch der Einrichtung durch die Schüler
  • den aktiven Einbezug und die künstlerische Betätigung der Schüler im Rahmen der gebotenen Projektaktionen (Wissen erlebbar machen, Selbsterfahrung ermöglichen)
  • die Stärkung von Selbstkompetenzen bei den beteiligten Kindern, die sie in ihrer persönlichen Handlungsfähigkeit unterstützen, wie z.B. der Einsatzbereitschaft, wenn sie Aufgaben im Rahmen der Arbeit am Projekt übernehmen, der Kreativität, indem sie phantasievoll mit (Gestaltung-) Aufgaben umgehen können; auch der Kritikfähigkeit (wenn verschiedene Meinungen aufeinandertreffen und im Gesamtkontext nicht alles berücksichtigt werden kann) sowie der Selbstdisziplin, weil es in der gemeinsamen Arbeit im Projekt zugunsten der Umsetzung einer Aufgabe auch bedeuten kann, eigene Bedürfnisse zurückzustellen.
  • die Ansprache sozialer Kompetenzen der beteiligten Kinder, wie Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Toleranz, wenn es heißt, allen gleichberechtigt zu begegnen und andere Normen, Werte, Lebenswelten oder Vorstellungen zu akzeptieren bis hin zu Überzeugungsfähigkeit, wenn es gilt, andere von der eigenen Idee zu begeistern
  • die Vermittlung von Methodenkompetenzen in der geplanten Projektarbeit wie der Ausdrucksfähigkeit, der Gestaltungsfähigkeit, der Improvisationsfähigkeit, wenn es darum geht auf unvorhergesehene Entwicklungen zu reagieren und spontan Änderungsvorschläge einzubringen oder der Präsentationsfähigkeit, wenn erarbeitetes dann den anderen Schülern vorgestellt wird
  • die Vermittlung von Fertigkeiten, wie z.B. Mal- oder Kunsthandwerkstechniken, Gestaltungsgrundlagen usw.

Übertragbarkeit

Erster Partner in diesem Modellvorhaben im 1. Projektjahr 2015 ist die Galerie e.o.plauen. Über das Format Wanderausstellung zum Leben und Wirken des bekannten Künstlers e.o.plauen starteten wir an den ersten drei Grundschulen. Die Erfahrungen der bereits beteiligten Akteure werden regelmäßig an die neuen Partner aus dem Bereich Museum und Schule vermittelt. Zudem werden die hinzukommenden Museen bei der Erarbeitung eines hochwertigen Vermittlungsangebotes unterstützt. Dieser Prozess setzt sich bis ins 3. Jahr fort.

Vier neue Museen sind 2016 gestartet. Das sind das Esche-Museum in Limbach-Oberfrohna, das Naturalienkabinett Waldenburg, das Museum Burg Mylau und das Freilichtmuseum Landwüst. Alle unterscheiden sich stark in ihren Sammlungsschwerpunkten, auch allein schon in ihrer Gebäude- bzw. Anlageform und liegen weit verstreut in ländlichen Gegenden. Alle haben jeweils spannende Themen und Umsetzungsformen im Rahmen ihrer Teilnahme am Modell gefunden.

Das 3. Projektjahr ermöglicht die Übertragung auf weitere fünf Museen und mindestens 15 Bildungseinrichtungen im ländlichen Kulturraum Vogtland-Zwickau und dient daneben der ausführlichen Aufbereitung von Materialien zur Darstellung und Veranschaulichung des Modells. In diesem Projektjahr nehmen wir das Museum Burg Schönfels, das Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal, das Stadtmuseum Lichtenstein, die Priesterhäuser Zwickau und die Museen Schloss Voigstberg in Oelnsitz in das Programm auf.

Weitere ein bis zwei Modelljahre würden die Projektumsetzung in weiteren ländlich verorteten, hinsichtlich der museumspädagogischen Angebote ausbaufähigen Häusern, bedeuten. Dabei können und müssen wir vor allem auf die Erfahrungen und den Kenntnisstand der ersten Partner zurückgreifen und gemeinsam unterstützen. Weitere Museen könnten jeweils im 4. und 5. Modelljahr Partner werden.

Feedback

Eine Museumspädagogin sagt …

»Gestern hatte ich das letzte Mal Projekt in der Schule, es war total schön und ich war danach richtig wehmütig. Ich hoffe das Programm wird auch ohne Förderung angenommen, denn es macht total viel Sinn erst in die Schule zu gehen, intensiv mit den Kindern dort zu arbeiten und dann das Ganze im Museum zu vertiefen. So kann man ganz anders und viel mehr vermitteln. Ist echt ein tolles Projekt gewesen und ich werde ordentlich Akquise betreiben, dass es weiter gehen wird!«

Eltern sagen …

»Unser Sohn Louis hat im Rahmen des Projektes »Museum trifft Schule« an einem Ausflug zur Burg Schönfels inkl. Geocaching teilgenommen. Ich möchte mich heute bei Ihnen für dieses schöne Angebot bedanken. Es ist nicht leicht, die 10jährigen in der heutigen mediendominierten Zeit »hinterm Ofen hervorzulocken«. Doch Ihnen ist das gelungen. Louis fand den Tag richtig cool. Er erzählt oft von den Dingen, die sie da gemacht haben, wie Getreide selbst mahlen, Fladenbrot backen usw. Er weiß nun auch ganz viel über das Leben zur damaligen Zeit zu berichten und lässt das immer wieder in Gesprächen einfließen. Das ist wunderbar. Denn wie oft bekommen wir nach einem Schulausflug etc. zu hören, »ja, war schön.« – und mehr nicht. Angenehm überrascht waren wir auch, dass das nichts gekostet hat. Das sind wir eigentlich gar nicht mehr gewohnt. Also vielen Dank nochmal und weiter so.«

Lehrer sagen …

Auf die Frage:
Weshalb ist das Angebot aus Ihrer Sicht für die Vermittlung von Lehrinhalten geeignet?
– fördert Schüleraktivität, Einbeziehung aller Schüler, bringt Abwechslung vom »normalen« Schulalltag, höherer Grad an Anschaulichkeit als im Unterricht
– Schüler erwerben in aufgelockerter Atmosphäre Wissen. Dadurch prägt sich dieses Wissen deutlich besser ein.

Auf die Frage:
Welche Impulse erhielten Sie aus dem einführenden Projekttag und den vorbereitenden Materialien für die Weiterarbeit am Thema?
– gute Vorbereitung zur Durchführung des Fächerverbundes
– Weiterarbeit ermöglicht durch: Materialbereitstellung, Vorbereitung weiterer Arbeitsabläufe für einen erfolgreichen Abschluss des Projektes

Auf die Frage:
Wie haben die Schüler die Zusammenarbeit mit den Museumspädagogen angenommen? Woran lag das Ihrer Meinung nach?
– Schüler haben Arbeit gerne angenommen. Personen von außerhalb der Schule frischen den Schulalltag auf.

Auf die Frage:
Was hat Ihnen am Projekt am besten gefallen?
– die Ideen für Unterrichtsinhalte zum Thema
– die enge Verzahnung zwischen Museum und Schule
– die Materialkisten, die Kreativität und der lebenspraktische Bezug

Auf die Frage:
Welche Anregungen für die Gestaltung und Durchführung des Projekttages können Sie dem Museum geben?
– Weiter so! Macht das allen Schulen im Umkreis bekannt!

Auf die Frage:
Wie schätzen Sie die Kooperation mit dem Partner Museum ein?
Sehr gut! Regionale Sehenswürdigkeiten und Museen sollten Schulen offen stehen; Regional-Geschichte ist wichtig für die Identitätsbildung. 

 

»Besonders schön ist, dass wir so viele schöne Sachen kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen und dass auch der Museumsbesuch dazu gehört. Danke an alle,
die sich darum kümmern.«

Schüler_innen der Grundschule Thossfell

 

»Man muss ganz schön hart arbeiten, bis eine Tüte Mehl gemahlen ist.«

Schüler_innen des Clara-Wieck-Gymnasiums Zwickau

 

Unterstützer und Förderer

  • der Kulturraum Vogtland-Zwickau fördert das Projekt finanziell mit sowie sichert und stärkt er die Arbeit der Netzwerkstelle Kulturelle Bildung
  • das Sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst übernimmt in der Regel 75% der Kosten pro Projektjahr
  • die Landesstelle für Schule und Bildung/ Standort Zwickau unterstützt uns bei der Kontaktsuche nach Schulen, aber auch bei der Bekanntmachung der Angebote
  • alle beteiligten Museen sowie die in der Arbeitsgruppe mitwirkenden Lehrerinnen und Vermittlungskräfte ermöglichen und fördern die gemeinsame Arbeit durch engagierte Beiträge und Präsentationen der jeweiligen Ergebnisse sowie durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten, Technik und die Vorbereitung der Treffen