Naturalienkabinett Waldenburg

-

 

titel_waldenburg

Ein eingelegtes Tier in Alkohol, bunte Muscheln aus aller Welt, ausgestopfte Vögel, jahrtausendealte Versteinerungen, obskure Kameras. Mit uns tauchen die Schüler in die faszinierende Welt der barocken Kunst- und Wunderkammern ein. Auf der Reise durch diese einmalige Epoche, setzen wir uns mit Hilfe eines „Wunderkammer-to-go“-Koffers mit dem speziellen Weltbild dieser Zeit auseinander. Wir begegnen Sammlern, die versuchten die ganze Welt in einem Raum zu versammeln und dabei allerlei Seltenes und Kurioses zusammentrugen. In Projektteams werden einzelne Objekte aus dem 17. und 18. Jahrhundert erkundet und individuell nachgebaut.

In der schulischen Projektlaufzeit können die 9. Klassen unter Einbindung der Fächer Deutsch und Kunst das theoretische und praktische Handwerkzeug für eine eigene kleine Ausstellung erwerben. Weiterhin werden für Physik und Biologie interessante Anregungen und Arbeitsmaterialien zur Vorbereitung auf den Museumsbesuch vorgestellt.

Beim abschließenden Museumsbesuch in unserem Haus gibt es eine Vielzahl historischer Tierpräparate, wissenschaftlicher Geräte, Exotica und Fossilien zu entdecken, die aufgrund des erworbenen Vorwissens mit ganz anderen Augen betrachtet werden können.

Ablauf des Projekttages in den Schulen

Am Projekttag kommen wir mit unseren Koffern und Kisten in die Schule. Unsere Museumskisten repräsentieren eine historische Wunderkammer zur Zeit des Barock – sie enthalten u.a. eine Camera Obscura, Tierpräparate, Fossilien, Mineralien, Schnecken, ein Gemälde sowie ein Muschelbild. Am Projekttag wird anschaulich und spannend Wissen über die einzelnen Objekte und ihren historischen Hintergrund vermittelt. Was zeichnet die Epoche des Barock aus? Welches Weltbild herrschte vor? Wie und warum wurde (und wird noch heute) gesammelt? Über was haben Menschen früher gestaunt?

Im Anschluss stellen die Schülerinnen und Schüler in Gruppen eigene, an die vorgestellten Objekte angelehnte, Gegenstände her: Fossilien werden gefälscht, ein Muschelbild wird gestaltet, eine Art Flüssigpräparat hergestellt und eine anamorphotische Zeichnung angefertigt. Rund um diese Objekte kann später eine eigene Ausstellung entstehen.

Ziele des Projektes

9. Klasse Oberschule

Angewandte Methoden

  • Gruppengespräch (Wer von euch sammelt? Was und warum?)
  • Einstiegsperformance
  • Ratespiel zu den Objekten
  • Gruppengespräch zur Epoche des Barock
  • Handwerkliche Tätigkeit (Herstellen einer Fossilienfälschung oder eines Flüssigpräparats)
  • Bildnerisches Gestalten (Muschelbild, Anamorphose)
  • Gestalten einer Ausstellung
  • Schreiben von Ausstellungstexten
  • Quiz
  • Arbeits- und Aktivblätter
  • Bastelanleitung
  • Film
  • Dialogische Führung durch die Ausstellung
  • Inhalte des Projektkoffers

  • Kiste 1: Nachbildungen Lügensteine, Nasspräparat Agame, Bild "Kunstkammer", Laranja-Nuss, Eukalyptusfrucht, Muschelkette, Lippenteller, Meeresschnecke Conus litteratus, Meeresschnecke Ovula ovum, Mineral Vanidit, Mineral Pyrit, Mineral Halit, Ammonit, Zapfen, Banksia Firewood, Waschbärschädel
  • Kiste 2: Nachbildung Camera obscura, Anamorphosen (1 Zylinder, 6 Faksimiles), Muschelbild im Holzrahmen, Nager-Fossil, Replikat Vogelpräparat Buch "Abhandlungen aus der Naturlehre" 1752, Paar Baumwollhandschuhe
  • Kiste 3: Arbeitsmaterialien zur Weiterarbeit im Unterricht: 1 Ordner Kunst, 1 Ordner Physik, 1 Ordner Deutsch, 1 Ordner Biologie; Film „Die Wiege des Films“ Reportage zum Thema Tierpräparation; Nachbildung Laterna Magica; Posterrolle mit Plakat "Hühnermensch"; Posterrolle mit Plakat "Weltsystem"
  • Ablauf des Museumsbesuches

    Abschließend besuchen die Klassen unser Museum. Hier gibt es eine Vielzahl historischer Tierpräparate, wissenschaftlicher Geräte, Exotica und Fossilien und vieles mehr zu entdecken, was die Jugendlichen nun aufgrund ihres erworbenen Vorwissens mit ganz anderen Augen betrachten können.

    Themen:

    • Geschichte des Hauses (Fürstliche Gründung im 19. Jh., Ankauf verschiedenster Sammlungen wie Lincksammlung aus dem 17./18. Jh., umfangreiches Herbarium, Vogelsammlung Oberländer, australische Expeditionen etc.)
    • Weitere Museumsgeschichte durch Sammelobjekte der Fürstenfamilie Schönburg-Waldenburg inkl. ägyptische Mumie und exotische „Souvenirs“
    • Geschichte des Präparierens (Objekte aus 3 Jahrhunderten)
    • Spezialsammlung Humanpräparate / Anatomie

    Aus Platzgründen werden die Klassen zum Museumsbesuch getrennt. Eine Gruppe entdeckt das Museum, die andere lernt bei einer Stadtführung Waldenburg näher kennen. Anschließend wird getauscht.

    Kontakt

    Museum – Naturalienkabinett Waldenburg
    Geschwister-Scholl-Platz 1
    08396 Waldenburg
    www.museum-waldenburg.de
    museum@waldenburg.de
    037608 22519

    Ansprechpartner:
    Christina Ludwig, Claudia Peters

    Über das Museum

    Das Naturalienkabinett Waldenburg wurde um 1840 von Otto Victor I., Fürst von Schönburg-Waldenburg gegründet. Es ist eines der ältesten Naturkundemuseen in Deutschland, dessen Originaleinrichtung sich bis heute erhalten hat. Als Grundstock für die Sammlung erwarb der Fürst die bedeutsame Naturalien- und Raritätensammlung der Leipziger Apothekerfamilie Linck, deren Anfänge bis in das 17. Jahrhundert zurückgehen. Die Sammlung Linck gibt mit ihren nahezu geschlossen erhaltenen Beständen einen aufschlussreichen Einblick in die museale Sammlungsgeschichte und die Entwicklung der Naturwissenschaften in der Barockzeit.

    Dateien zum Download