Jeder sammelt irgendetwas. Die Milchzähne aus Kindertagen, Postkarten, einfach alles über die Lieblingsband oder den Lieblingsfußballclub, Computerspiele, Comics, Basecaps, Boxershorts oder Liebesbriefe …
Aber warum sammeln eigentlich Museen? Und was machen die mit den ganzen gesammelten Sachen? Warum trägt man bei der Museumsarbeit (zumindest manchmal) weiße Handschuhe? Was ist ein Hygrometer, was ein Magazin? Diesen und weiteren Fragen gehen wir an unserem Projektschultag gemeinsam nach.
In der sich anschließenden Projektzeit beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit einem selbstgewählten Objekt. Was gibt es Spannendes darüber zu erzählen? Warum sollte es bewahrt werden?
Beim abschließenden Museumsbesuch besichtigen sie nicht nur die Ausstellung, sondern dürfen auch „Backstage“, wo sonst fast niemand hinkommt …
Ablauf des Projekttages in den Schulen
Am Projektschultag besucht das Museum zunächst die Schule. Auf spielerische Art und Weise machen sich die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag mit der Institution Museum vertraut. Sie erhalten Einblicke in die Museumsarbeit und dürfen selbst als Museolog_innen an echten Museumsobjekten tätig werden.
Gestartet wird mit einem Kennenlernspiel zum Aufwärmen. Anschließend gibt es ein Brainstorming zum Begriff „Museum“. Das Ergebnis wird an der Tafel in Form einer Mind-Map veranschaulicht. Anhand der Mind-Map werden zunächst die Aufgaben eines Museums, aber auch Museumsarten und Berufe im Museum besprochen.
Anschließend wird der Tastsinn der Schüler_innen wird beim „Blinderraten“ von Museumsarbeitsgeräten auf die Probe gestellt. Diese Arbeitsgeräte und ihre Funktionen werden anschließend gemeinsam besprochen.
Anhand eines kleinen Quizfragebogens wird dann das bereits erworbene Wissen zum Thema Museum verfestigt. Kleine Preise motivieren die Teilnehmenden.
Schließlich werden die Schüler_innen selbst als Museolog_innen an echten Museumsobjekten tätig. Zunächst gilt es aber herauszufinden, was z. B. dieses komische sägeblattförmige Ding mit den Zähnen überhaupt ist und warum ein langer Bart Verdruss bereiten kann und der Träger unter Umständen eine Spezialtasse benötigt … Nun arbeiten die Schüler_innen in Gruppen an 7 Museumsobjekten und dokumentieren diese auf echten Museumskarteikarten. Hinweise zu den Objekten erhalten sie in einem Brief der Museumsleiterin. Die Arbeitsergebnisse der einzelnen Gruppen werden vor der Klasse präsentiert.
Zur Belohnung wird anschließend „gebuzzert“ wie in einer Quizshow und erraten, welche Objekte sich im Museum auf der Burg Mylau befinden und welche nicht. – Welches Team erbeutet die meisten Kaugummis?!
Am Ende des Projekttages kommen die Schüler_innen zu Wort. Sie dürfen den Tag bewerten und Verbesserungsvorschläge unterbreiten.
Angebote für die Projektlaufzeit
Deutsch: „Geschichte erzählen“ (spielerische Wiederholung der erlernten Fachbegriffe, anhand eines Kartenspiels eine kleine Geschichte improvisieren oder schreiben) // Buchstabensalat (Wörter im Kreuzgitter verstecken und suchen) // „Elfchen für ein Froschskelett“
Mathematik: Kleine Aufwärmübungen für Mathe – Sachaufgaben mit Bezug zum Museum Burg Mylau
Biologie: Arbeitsblatt „Sägerochen“ Text mit Antworten zum Ankreuzen
Kunst/Geschichte: „Designe Deine Haube!“ – Designen einer Kopfbedeckung in From einer Collage // Klassenfoto „Damals und heute“: Gespräch über das Klassenfoto von 1906, Nachstellen des Fotos, Anfertigen eines aktuellen Fotos
Fächerübergreifend (Deutsch/Technik-Computer/Informatik): einen Ausstellungstext zum eignen Lieblingsobjekt schreiben, einheitlich formatieren (als Vorbereitung für die Ausstellung im Museum)
Ablauf des Museumsbesuches
Die Klassen werden zum Museumsbesuch geteilt. Eine Klasse besichtigt das neue, moderne Depot in Reichenbach, während die andere das Museum auf der Burg Mylau erkundet. Danach wechseln die Klassen die Orte.
Im Depot sehen die Schüler_innen den Ort, an dem die Objekte „wohnen“, die nicht in der Ausstellung präsent sind. Sie sehen dabei vieles „live“, was am Projektschultag besprochen wurde.
Im Museum werden zunächst etwaige Fragen geklärt, die in der Projektlaufzeit aufgetreten sind.
Es folgt eine dialogische Führung durch´s Museum, aber auch auf geheime Türme und Dachböden, die früher als Depoträume genutzt wurden.
Anschließend werden die mitgebrachten Lieblingsobjekte der Schüler_innen vorgestellt und nebst Texten in der Vitrine aufgebaut.
Im folgenden Monat dürfen die Schüler_innen ihr ausgestelltes Objekt mit ihren Freuden, Bekannten und Familien „besuchen“. Eintritt frei für alle, die das geheime Codewort kennen!
Über das Museum
Imposant thront die viertürmige Burg Mylau auf einem Bergsporn über der Göltzsch und dem Raumbach. Seit dem Mittelalter blickt sie auf eine bewegte Geschichte zurück.
Im 14. Jahrhundert unter böhmischer Herrschaft, wird sie durch den Burgherren Joseph Lewin Metzsch im 15. Jahrhundert zum Ausganspunkt der Reformation in der Region. Unter bürgerlicher Herrschaft wird die Burg im 18. Jahrhundert sogar zur Fabrik. Für Spinnerei und Stoffdruck wird das geschichtsträchtige Gemäuer nun genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts zieht der Mylauer Naturkundeverein mit seinen Sammlungen ein und legt damit den Grundstein für die museale Nutzung.
Das Museum auf der Burg Mylau gibt es nun seit über 120 Jahren. Seine Besucherinnen und Besucher erfreut es mit einer modernen Dauerausstellung zur Geschichte der Burg, des Museums und der Stadt Mylau sowie wechselnden Sonderschauen.
Viel Überraschendes und Kurioses hat das Museum zu bieten. So erstaunen unter anderem ein Gürteltierpräparat, bunte Schmetterlinge aus der ganzen Welt und ein Motorrad. Wer hätte das in einem Burgmuseum vermutet?